Verkehrsrecht – Welche Sachschäden sind nach einem Verkehrsunfall zu ersetzen?

Nach einem Verkehrsunfall sind dem Geschädigten vom Unfallgegner bzw. seiner Kfz-Haftpflicht-Versicherung die entstandenen Sach- und Personenschäden auszugleichen.
Die gesamten Kosten werden von der gegnerischen Kfz-Haftpflicht-Versicherung jedoch nur übernommen, wenn der Schädiger den Unfall ganz allein verschuldet hat. Trifft dem Geschädigten eine Mitschuld, muss stets dessen Verschuldensanteil bei der Schadenersatzforderung abgezogen werden.

Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf Ersatz der notwendigen Reparaturkosten des Fahrzeugs. Diese können auf zwei verschiedene Arten ermittelt werden.

Entweder das Fahrzeug wird in der Werkstatt repariert und es werden die entstandenen Reparaturkosten ersetzt oder es wird auf Gutachterbasis abgerechnet. Die Kosten für den Gutachter sind erstattungsfähig.

Dieser sollte jedoch nur hinzugezogen werden, wenn die Bagatellgrenze von 800 Euro überschritten ist. Darunter reicht als Schadensnachweis zumeist der Kostenvorschlag einer Fachwerkstatt aus.

Bei großen Schäden ist unbedingt ein Sachverständiger einzuschalten, da es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden handeln könnte, also die voraussichtlichen Reparaturkosten den Verkaufswert des Fahrzeugs um 130% übersteigen. Von der Versicherung sind dann die Wiederbeschaffungskosten für ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug zu erstatten.

Bei erheblichen Beschädigungen ist an eine Wertminderung zu denken. Damit soll der Schaden ausgleichen, der daraus entsteht, dass im Falle eines Verkaufs aufgrund des Unfallschadens meist ein geringerer Verkaufserlös erzielt wird. Unerheblich ist, ob das Fahrzeug tatsächlich irgendwann verkauft wird.

Wird bei einem Unfall ein Fahrzeug in der Weise beschädigt, dass der Geschädigte es für eine bestimmte Zeit nicht nutzen kann, z.B. das Fahrzeug wird in einer Werkstatt repariert, so hat der Geschädigte Anspruch auf Ersatz der für ein Mietfahrzeug verursachten Kosten oder auf Nutzungsausfall. Die Höhe des Nutzungsausfalls wird in der Praxis durch entsprechende Tabellen ermittelt, in denen die einzelnen Fahrzeug-Typen in Klassen eingestuft sind.

Als Kfz-Folgeschaden werden unter anderem Abschleppkosten bis zur nächsten Werkstatt, und eine Kostenpauschale für Telefon, Briefporto etc ersetzt.

Bei einem völlig unverschuldeten Unfall werden die Anwaltskosten vom Unfallgegner bzw. seiner Kfz-Haftpflicht-Versicherung allein getragen.

Stand: Oktober 2005

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