Verkehrsrecht – Welche Personenschäden sind nach einem Verkehrsunfall auszugleichen?

Nach einem Verkehrsunfall sind dem Geschädigten vom Unfallgegner bzw. seiner Kfz-Haftpflicht-Versicherung neben den Sach- auch Personenschäden auszugleichen.
Als Personenschäden können grundsätzlich Heilungskosten, Verdienstausfall, Schmerzensgeld und Kosten i.V.m. einem Todesfall geltend gemacht werden.

Die Heilungskosten, zu denen z.B. die Kosten für den Aufenthalt im Krankenhaus gehören, werden zumeist von der Krankenkasse übernommen. Diese erwirbt gegenüber dem Schädiger einen eigenen Anspruch auf Rückerstattung. Der Geschädigte kann die Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalt, Arztbesuche und Medikamente zurückverlangen.

Ist der Geschädigte so schwer verletzt, dass er arbeitsunfähig ist, kann er Verdienstausfall beanspruchen. Hierbei gilt es zu bedenken, dass die Lohnfortzahlung zumeist vom Arbeitgeber, der Krankenkasse, der Berufsgenossenschaft oder der Rentenversicherung übernommen wird. Gleichen die Leistungen den zuvor verdienten Lohn nicht aus, ist die Differenz vom Schädiger zu tragen.

Als Ersatz für erlittene Schmerzen kann der Geschädigte Schmerzengeld beanspruchen.
Die Höhe des Schmerzensgeldes ist vom Einzelfall abhängig. Seine Höhe richtet sich unter anderem nach der Schwere der erlittenen Verletzungen, der unfallbedingten Beeinträchtigung der Erwerbstätigkeit oder des Krankenhausaufenthaltes und dem Grad der Invalidität. Auch Alter, Beruf und Geschlecht spielen eine wichtige Rolle.

Eine Richtschnur zur Schmerzensgeldhöhe können Urteilssammlungen, wie es sie in jedem Buchladen zu kaufen gibt, liefern.

Mit Schmerzensgeldangeboten der gegnerischen Haftpflichtversicherung sollte sehr vorsichtig umgegangen werden. Oft neigt man dazu, dem Geschädigten nur einen Bruchteil der möglichen Forderung anzubieten und dies zumeist verbunden mit dem völligen Verzicht auf weitere Ansprüche.
Wer ein solches Angebot in der Hoffnung einer schnellen Schadensregulierung annimmt, vergibt zumeist ein Vielfaches des angebotenen Betrages.

Vor der Annahme eines solchen Angebots und hinsichtlich der Schmerzensgeldhöhe sollte, um keine Ansprüche zu verlieren, anwaltlicher Rat eingeholt werden.

Sind die Verletzungen des Geschädigten so stark, dass er z.B. im Krankenhaus verstirbt, kann das Schmerzensgeld auch durch die Angehörigen geltend gemacht werden. Diese können selbst u.a. die Kosten für ein angemessenes Begräbnis und ihren Unterhaltsanspruch vom Geschädigten verlangen.

Stand: November 2005

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