Erbrecht – Wie kann ich vererben?

Der Tod des Menschen ist unumgänglich. Doch bevor das Unumgängliche eintritt, sollte man sich Gedanken über das richtige Vererben machen.

Gesetzlich wird nur zwischen den Verwandten vererbt, wobei dem Ehepartner ein gesondertes Erbrecht zusteht.

Innerhalb der Verwandtschaft wird in Ordnungen und Stämmen vererbt. Die Ordnungen mit Ausnahme der 1. Ordnung – die Kinder des Erblassers – sind immer die direkten Vorfahren, also die Eltern, Großeltern usw.

Will man hiervon abweichen, z.B. ein Verein soll erben, muss ein Testament errichtet werden. Dies kann eigenhändig oder vor einem Notar geschehen.

Das eigenhändige Testament muss vollständig mit der Hand geschrieben werden und mit Vor- und Zuname unterschrieben sein. Ort und Datum sollten zur Unterscheidbarkeit mit anderen Testamenten hinzugefügt werden.

Ein notarielles Testament kann vor jedem deutschen Notar errichtet werden. Dieses muss beim örtlich zuständigen Amtsgericht in amtliche Verwahrung gegeben werden.

Ehegatten haben die Möglichkeit ein gemeinschaftliches Testament, z.B. in der Form eines Berliner Testaments, zu errichten

Beim Berliner Testament wird festgelegt, dass zunächst der überlebende Ehegatte und dann erst die Kinder der Eheleute erben. Durch diese gemeinsame Festlegung entsteht eine starke Bindung, die einseitig nur zu Lebzeiten beider Ehegatten durch einen Widerruf vor einem Notar gelöst werden kann.

Bei der Errichtung eines Testaments ist das Pflichtteilsrecht zu berücksichtigen. Dieses gewährt den Kindern, Eltern und dem Ehegatten des Erblassers einen fast unentziehbaren Anspruch auf den Nachlass in Höhe von 50% des gesetzlichen Erbteils.

Beim Berliner Testament kann dies durch eine Pflichtteils- oder Wiederverheiratungsklausel gelöst werden. Mit der Pflichtteilsklausel wird festgelegt, dass die Kinder, wenn Sie nach dem Tod eines Ehegatten ihren Pflichtteil fordern, nach dem Tod des überlebenden Ehegatten auch nur noch den Pflichtteil erhalten. Die 2. Klausel regelt, dass der Nachlass des verstorbenen Ehegatten nach der Wiederverheiratung des überlebenden Ehegatten sofort an die Kinder fällt.

Im Testament selbst kann der Erblasser alles festlegen, was er für die Weitergabe seines Vermögens für wichtig erachtet. Neben der Abweichung von der gesetzlichen Erbfolge können z.B. Auflagen und Vermächtnisse erteilt, ein Ersatzerbe oder ein Testamentsvollstrecker bestimmt werden.

Stand: Januar 2006

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