Mietrecht – Was kann ich bei einem Mangel an der Mietwohnung tun?

Schimmel, Heizung ausgefallen oder Feuchtigkeit in der Mietwohnung? Dann stellt sich die Frage, ob und in welcher Höhe wegen des Mangels eine Mietminderung gegenüber dem Vermieter durchgesetzt werden kann.

Laut Gesetz ist der Vermieter verpflichtet, die Wohnung in gebrauchsbereiten Zustand zu erhalten.

Tritt ein Mangel an der Wohnung auf, muss der Vermieter darüber unverzüglich informiert werden, damit er schnell den Mangel beseitigen kann. Dabei ist es unerheblich, ob der Vermieter den Mangel verschuldet hat oder nicht, so dass auch Baulärm vom Nachbargrundstück einen Mangel darstellt.

Solange der Mangel vorhanden ist, kann die Miete gemindert werden. Wie Hoch die Mietminderung ausfällt, hängt von der Art und der Schwere des Mangels ab. Unter Umständen kann dies bis zur vollständigen Nichtzahlung der Miete führen, wenn z.B. die Heizung in den Wintermonaten ausfällt. Zur Ermittlung können Mietminderungstabellen oder die Beartung durch einen Rechtsanwalt weiterhelfen.

Die Mängelanzeige des Mieters sollte stets mit einer Aufforderung zur Mängelbeseitigung mit angemessener Fristsetzung verbunden werden.

Wird der Vermieter innerhalb der gesetzten Frist nicht tätig, kann der Mieter auf Mängelbeseitigung klagen. Das Gericht entscheidet, ob der Mieter die Reparatur selbst und auf Kosten des Vermieters veranlassen darf. Der Vermieter muss dann einen Vorschuss leisten.

Ist die schnelle Beseitigung des Mangels erforderlich ist, wie z.B. beim Zusammenbrauch der Stromversorgung, kann der Mieter die Mängelbeseitigung selbst durchführen lassen. Dann besteht ein Anspruch auf Aufwendungsersatz. Dieser kann ggf. mit der Miete verrechnet werden.

Um den Vermieter zur Mängelbeseitigung anzuhalten, kann auch der Mietzins in der Höhe des 3- bis 5fachen der Minderungsquote zurückbehalten werden. Allerdings ist dieser Betrag nach Beseitigung des Mangels nachzuzahlen.

Entsteht durch einen Mangel nach Ablauf der gesetzten Frist ein Schaden an den Sachen des Mieters, so kann er zusätzlich zur Mietminderung Schadensersatz verlangen, z.B. bei Feuchtigkeitsschaden an den eigenen Möbeln.

Bei besonders schwerwiegenden Mängeln besteht die Möglichkeit das Mietverhältnis fristlos zu kündigen, insbesondere wenn der Mangel eine Gesundheitsgefährdung bedeutet, z.B. Schimmelbildung in der ganzen Wohnung.

Insgesamt betrachtet, gewährt das Mietrecht über Wohnraum dem Mieter eine Vielzahl von rechtlichen Möglichkeiten.

Stand: April 2007

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.