Familienrecht – Trennungsunterhalt nach der Trennung vom Ehegatten?

Trennungsunterhalt kann nach der Trennung vom Ehegatten bis zur Rechtskraft des Scheidungsurteils gefordert werden.
Grundvoraussetzung für den Anspruch auf Trennungsunterhalt ist das “Getrennt Leben” vom Ehegatten. Das bedeutet dass die Ehegatten räumlich voneinander getrennt leben. Dies kann durch den Auszug eines Ehegatten aus der gemeinsamen Wohnung oder durch eine getrennte Lebensführung in der Ehewohnung geschehen. Mit der Trennung bringen die Ehegatten zum Ausdruck, dass sie nicht mehr zusammen leben und letztendlich die Scheidung möchten.

Die Höhe des Anspruchs auf Trennungsunterhalt wird in einer dreistufigen Berechnung ermittelt. Zuerst wird der Bedarf des Unterhaltsberechtigten ermittelt, im Anschluss wird geprüft, inwieweit der Unterhaltsberechtigte bedürftig und inwieweit der Verpflichtete leistungsfähig ist.

Der Bedarf des Unterhaltsberechtigten richtet sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen. Diese werden durch die Einkommensverhältnisse der Eheleute während des Zusammenlebens bestimmt.

Bei der Ermittlung der tatsächlichen Einkommensverhältnisse bzw. des sog. bereinigten Nettoeinkommens werden alle Einkommensarten berücksichtigt, z.B. Einnahmen aus selbstständiger und unselbständiger Tätigkeit und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Aus den Gesamteinkünften eines Jahres wird ein durchschnittliches monatliches Einkommen eines jeden Ehegatten errechnet. Von diesem werden insbesondere berufsbedingte Aufwendungen, Fahrtkosten zur Arbeit, zusätzliche Kosten zur Altersvorsorge und Unterhaltsansprüche der Kinder abgezogen.

Mit Hilfe des errechneten bereinigten Nettoeinkommens wird die Bedürftigkeit des Berechtigten ermittelt. Der Berechtigte hat einen Bedarf, der der Hälfte der Differenz der bereinigten Nettoeinkommen beider Ehegatten entspricht. Hatte z.B. die Ehefrau während der Ehezeit eine bereinigtes Einkommen von 800 € und der Ehemann von 1100 € hat die Ehefrau einen Bedarf von 150 € (1100€ – 800€/2).

Den errechneten Bedarf muss der Unterhaltsverpflichtete nur leisten, soweit er leistungsfähig ist. Nur der nach Abzug des Selbstbehalts von derzeit 1000 € übersteigende Betrag ist zu zahlen. Bezogen auf das obige Beispiel muss der Unterhaltsverpflichtete trotz des Bedarfs von 150 € lediglich 100 € (1100€ – 1000€) Trennungsunterhalt zahlen.

Im Detail ist die Berechung des Trennungsunterhalts sehr Komplex. Daher ist die Einholung anwaltlichen Rats stets zu empfehlen.

Stand: Oktober 2008

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