Arbeitsrecht – Profifußballer bis zur Rente?

Top-Meldung der letzten Tage war, das Jürgen Klopp, der Trainer von Borussia Dortmund, nach 7 Jahren seinen Ausstieg zum Saisonende angekündigt hat. Aber auch eine gerichtliche Entscheidung sorgt seit Wochen für Wirbel in der Bundesliga.

Am 19.03.2015 hat das Arbeitsgericht Mainz entschieden, dass die Befristung eines Arbeitsvertrags mit einem Profisportler unzulässig ist. Das Gericht stellte fest, dass die Eigenart der Arbeitsleistung als Profifußballspieler kein sachlicher Grund für die Befristung des Arbeitsvertrags darstellt.

Hintergrund der Entscheidung war, dass der Torwart Heinz Müller im Jahr 2009 beim FSV Mainz05 zunächst aufgrund eines auf drei Jahre befristeten Arbeitsvertrags als Lizenzfußballspieler beschäftigt wurde. Unmittelbar anschließend erhielt er im Sommer 2012 erneut einen auf zwei Jahre befristeten Vertrag. Die weitere Befristung wurde vom Bundesligaverein damit begründet, dass bei dem bereits 34-jährigen Spieler eine Ungewissheit der Leistungserwartung bestand und eine Befristung branchenüblich ist.

Als im Jahr 2014 der Vertrag auslief, erhob der Torwart Klage. Er beantragte die Umwandlung des befristeten Arbeitsvertrags in ein unbefristetes Arbeitsverhältnisses.

Die Klage war erfolgreich.

Als Begründung führt das Gericht aus, dass auch bei der Befristung eines Arbeitsverhältnisses mit einem Spitzensportler das Teilzeit- und Befristungsgesetz einzuhalten ist. Somit war eine Befristung ohne Sachgrund nach der Überschreitung der Höchstbefristungsdauer von 2 Jahren nicht mehr möglich. Ein solcher Sachgrund könnte etwa der Wunsch des Spielers sein. Die Branchenüblichkeit oder die Ungewissheit der zukünftigen Leistungsentwicklung im Profisport stellen nach Auffassung des Gerichts keinen Sachgrund für eine Befristung dar.

Sollte das Urteil des Arbeitsgerichts Mainz auch in höheren Instanzen Bestand haben, könnte es das gesamte Transfersystem und das Vertragswesen im Profifußball in seiner jetzigen Form auf den Kopf stellen, da unbefristete Arbeitsverhältnisse im Fußball so gut wie unbekannt sind. Dies steht im krassem Widerspruch zu einem wesentlichen Grundsatz des Arbeitsrechts, da ein befristeter Arbeitsvertrag eine Ausnahme sein soll.

Bei der Streitfrage geht es also im Kern darum, ob Profifußballspielern der gleiche arbeitsrechtliche Schutz zusteht wie allen übrigen Arbeitnehmern in Deutschland.

Aber selbst wenn unbefristete Arbeitsverhältnisse im Profifußball die Regel werden sollten, bis zur Rente wird wohl keiner der Profifußballer spielen.

Stand: April 2015

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